Herman-Hartmut Weyel Inhaltsverzeichnis Politik | Oberbürgermeister von Mainz | Ereignisse während...


Oberbürgermeister (Mainz)Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. KlasseSPD-MitgliedDeutscherGeboren 1933Mann


20. Juli1933PrenzlauSPDJockel FuchsRechtsrheinischen Stadtteile von MainzOrtsvereinsEckhart PickJockel FuchsFranz SteinWaggonfabrikPanzerwerksNATOOst-West-KonfliktesFlugplatz Mainz-FinthenLayenhofMainz-GonsenheimBruchwegSchülerRömerschiff-MuseumDB-Cargo-ZentrumFort Malakoff ParkSiemens-NixdorfMainzer Aktien BierbrauereiKästrichGrünenOppositionRepublikanerFastnachterFranz Konrad MackéFranz Freiherr Gedult von JungenfeldFranz Konrad MackéStephan MetzJohann Baptist HeinrichStephan MetzNikolaus NackKarl SchmitzFranz SchottKarl RackéCarl WallauAlexis DumontGeorg OechsnerHeinrich GassnerKarl GöttelmannKarl KülbWilhelm EhrhardRobert BarthHeinrich RitterRudolph WaltherEmil KrausFranz SteinJakob „Jockel“ FuchsHerman-Hartmut WeyelJens BeutelMichael Ebling






Herman-Hartmut Weyel am Tag der öffentlichen Synagogenbesichtigung der neuen Mainzer Synagoge




Bild und Text aus dem Bundesarchiv: Anna Seghers wurde die Ehrenbürgerschaft der Stadt Mainz verliehen. Aus diesem Anlass waren in ihrer Berliner Wohnung (v. r. n. l.) Klaus Höpcke, Stellvertreter des Ministers für Kultur der DDR; Dr. Harder, Präsident der Gutenberg-Universität Mainz; Bürgermeister Anton Maria Keim, Klaus Bölling, Leiter der Ständigen Vertretung der BRD in der DDR, Weyel (SPD-Fraktionsleiter in Mainz); Oberbürgermeister Jockel Fuchs (stehend), Dr. Storch (FDP-Fraktionsleiter in Mainz), Frau Fuchs und andere Persönlichkeiten anwesend. (1981)


Herman-Hartmut Weyel (* 20. Juli 1933 in Prenzlau) ist ein Mainzer Kommunalpolitiker der SPD. Vom 4. Mai 1987 bis zum 3. Mai 1997 war er als Nachfolger von Jockel Fuchs Oberbürgermeister von Mainz.




Inhaltsverzeichnis






  • 1 Politik


  • 2 Oberbürgermeister von Mainz


  • 3 Ereignisse während seiner Amtszeit


  • 4 Fastnachter


  • 5 Ehrungen


  • 6 Literatur


  • 7 Einzelnachweise





Politik |


Der Verwaltungsjurist Weyel war 1962 bis 1982 im Rheinland-Pfälzischen Justizministerium tätig. Seit 1969 war er für die SPD Mitglied des Mainzer Stadtrates. Er übernahm 1979 den Fraktionsvorsitz seiner Partei im Stadtrat, den er bis 1983 innehatte. Vom 1. April 1983 bis April 1987 war er Beigeordneter der Stadt Mainz. Noch heute ist Weyel Vorsitzender des Vereins „Vereintes Mainz“, der sich um eine Rückgliederung der Rechtsrheinischen Stadtteile von Mainz bemüht.[1]


Weyel ist außerdem Beisitzer im Vorstand des SPD-Ortsvereins Mainz-Oberstadt-Ebertsiedlung.[2]



Oberbürgermeister von Mainz |


Herman-Hartmut Weyel kandidierte zusammen mit Eckhart Pick um die Nachfolge des am 30. April 1987 ausgeschiedenen Oberbürgermeisters Jockel Fuchs.
Am 16. November 1986 wählte ihn der Unterbezirksparteitag der SPD im Kurfürstlichen Schloss mit 98 von 195 Stimmen zum Kandidaten für das Oberbürgermeisteramt. Auf seinen Konkurrenten Pick entfielen 92 Stimmen. Als stärkster Fraktion im Stadtrat kam der SPD das Vorschlagsrecht für die Nachfolge im Oberbürgermeisteramt zu. Da zudem die CDU Unterstützung für den Kandidaten der SPD signalisierte, wurde Weyel 1986 mit breiter Mehrheit im Stadtrat zum Nachfolger von Jockel Fuchs als Oberbürgermeister gewählt. Weyel trat sein Amt am 4. Mai 1987 an.


Weyels Amtszeit war geprägt vom spürbaren Abebben des rapiden Mainzer Aufschwungs der 60er und 70er Jahre, der mit den Namen seiner beiden populären Vorgänger Franz Stein und Jockel Fuchs verbunden ist. Die Zahl der Arbeitsplätze ging in Weyels Amtszeit um etwa 10 % zurück, vor allem durch die Schließung der Waggonfabrik und des Panzerwerks. Die Arbeitslosigkeit blieb aber meist unter dem Landes- und Bundesdurchschnitt.


Der Mainzer Wohnungsmarkt war bis Mitte der 90er Jahre wegen des Fehlens von Neubaugebieten recht schwierig. Nach Abzug der US-amerikanischen NATO-Streitkräfte aufgrund des Endes des Ost-West-Konfliktes wurde daher die ehemals militärisch genutzte Siedlung am Flugplatz Mainz-Finthen zum Stadtteil Layenhof erklärt. Da aber in Mainz-Gonsenheim und am Bruchweg weitere Kasernengelände zur zivilen Besiedelung frei wurden, ist es nicht zu einem massiven Ausbau von Layenhof gekommen.


Auf Initiative Weyels und der Baudezernenten Heidel und Schüler wurde das Gelände am südlichen Stadteingang von Mainz neu gestaltet (Römerschiff-Museum, DB-Cargo-Zentrum, Hyatt-Hotel, sowie der Fort Malakoff Park, ein vom Siemens-Nixdorf-Konzern errichtetes Büro- und Geschäftszentrum). Die Rheinterrasse vor dem Fort Malakoff Zentrum bildet den Übergang von der Grünfläche vor der Uferstraße zu der Rheinmole und wird, unter anderem wegen seiner Nähe zum Kulturzentrum („Kuz“) von der Mainzer Bevölkerung „angenommen“.


Als für das Stadtbild besonders gelungen gilt die 1989 auf dem Gelände der ehemaligen Mainzer Aktien Bierbrauerei errichtete Wohnanlage auf dem Kästrich.


Der immer stark auf Konsens zwischen den beiden größten Parteien ausgerichtete Weyel setzte sich für das politische „Mainzer Modell“, eine breite Koalition zwischen SPD, CDU und FDP, ein. Auch als es 1989 zu einer rechnerischen Mehrheit für rot-grün im Stadtrat kam, dauert es bis 1992 bis diese Koalition zustande kam, bei der erstmals ein Dezernent der Grünen in den Stadtvorstand gewählt wurde, bei Gegenstimmen der nunmehr zur Opposition gewordenen CDU und FDP. Da SPD und Grüne aber 1994 die Mehrheit im Stadtrat verloren, kam es wieder zu einer aus bürgerlichen Parteien und SPD zusammengesetzten Mehrheit im Stadtrat, unter Ausschluss der Grünen und der Republikaner.



Ereignisse während seiner Amtszeit |




Wohnanlage auf dem Kästrich


1988


  • Gründung der Spielbank Mainz

  • Unterschutzstellung der Denkmalzone „An der Favorite – Karthaus“ als Beispiel für den Siedlungs- und Villenbau des frühen 20. Jahrhunderts (Fort Kartaus wurde 1922 niedergelegt)

  • 1989–1994 Rot-Grüne Zusammenarbeit in Mainz

  • 1989 Wohnanlage Kästrich


1991


  • Unterschutzstellung der Denkmalzone „Am Judensand 57-69“, ehemaliges „Friedenspulvermagazin Nr. 20“ (Alte Patrone)

  • Frankfurter Hof

  • Einweihung eines Seniorenzentrums auf der Frankenhöhe

  • Einweihung des Sat.1 Sendezentrums

  • Grundsteinlegung für die neuen Südwestfunk-Studios an der Wallstraße

  • Eröffnung des Sozialen Zentrums St. Rochus in Mombach

  • Einweihung eines neuen Dienstgebäudes für die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Südwest

  • Verabschiedung und Auflösung des 3. Bataillons der 8. US-Infanterie-Division aus den Gonsenheimer Lee-Barracks


1992


  • Die BFE Studio und Medien Systeme siedeln sich in Gonsenheim an

  • Verabschiedung und Auflösung des 118. Support Bataillons aus den Lee Barracks Gonsenheim

  • Ein Bebauungsplan für das Gebiet um den Winterhafen wird vorgestellt

  • Gründung des Freundschaftskreises Mainz-Louisville

  • Aufwertung der französischen Vertretung zum französischen Generalkonsulat

  • Unterschutzstellung der Denkmalzone „Weißliliengasse/Willigisstraße“

  • Unterschutzstellung der Denkmalzone „Uferstraße/Fischtorplatz“

  • Unterschutzstellung der Denkmalzone „Fischergasse/Rotekopfgasse“

  • Unterschutzstellung der Denkmalzone „Peter-Cornelius-Platz“


1993


  • Layenhof

  • „Historisches Mainz“ (Kennzeichnung historischer Gebäude durch Tafeln)

  • Unterschutzstellung der Siedlung Baentschstraße

  • Umgestaltung des Bischofsplatzes

  • Eröffnung der neuen Feuerwache 1 in Bretzenheim

  • Erster Spatenstich für das Kleine Haus des Staatstheaters Mainz

  • Unterschutzstellung der Denkmalzone „Bretzenheimer Mühle“

  • Unterschutzstellung der Denkmalzone „Fort Josef“ im zweiten Festungsring

  • Unterschutzstellung der Denkmalzone „Fort Weisenau“ des dritten Festungsrings

  • Unterschutzstellung der Denkmalzone „Jakobsbergstraße“ ehemals klostereigene Mietzinshäuser der Benediktinerabtei St. Jakob.


1994



Ehemaliges Gebäude der DB-Cargo in Mainz



  • Museum für Antike Schifffahrt

  • Rheinufer-Ausbau im Süden der Innenstadt: Fort-Malakoff-Park, Hyatt-Hotel, DB-Cargo-Zentrum

  • Unterschutzstellung der Denkmalzone „Südöstliche Altstadt“. Profan- und kirchliche Bauten veranschaulichen die Stadtgeschichte vom frühen Mittelalter bis in das 19. Jahrhundert


1997

  • Unterschutzstellung der Denkmalzone „Kästrich 9-47“ entlang der mittelalterlichen Stadtmauer


Fastnachter |


Man sieht ihn Jahr für Jahr als Fastnachter beim Rosenmontagszug im Fußvolk der Weisenauer Burggrafengarde.



Ehrungen |


  • 2005: Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland


Literatur |




  • Franz Dumont (Hrsg.), Ferdinand Scherf, Friedrich Schütz: Mainz – Die Geschichte der Stadt. 2. Auflage. Philipp von Zabern Verlag, Mainz 1999, ISBN 3-8053-2000-0.

  • Wilhelm Huber: Das Mainz-Lexikon. Verlag Hermann Schmidt, Mainz 2002, ISBN 3-87439-600-2

  • Helmut Wirth: Porträt Herman-Hartmut Weyel. In: Mainz. Vierteljahreshefte für Kultur, Politik, Wirtschaft, Geschichte. Nummer 1 6. Jahrgang 1986. Verlag H. Schmidt Mainz, S. 38–41, ISSN 0720-5945



Einzelnachweise |




  1. Vereintes Mainz e.V.


  2. Vorstellung des Vorstands auf der Homepage des Ortsvereins


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