Burg Blessem Inhaltsverzeichnis Geschichte | Heutige Anlage | Literatur | Weblinks | Einzelnachweise...
Burg im Rhein-Erft-KreisBauwerk in ErftstadtBaudenkmal in ErftstadtBodendenkmal in Erftstadt
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Von der ehemaligen am nördlichen Ortsrand von Blessem gelegenen Burg ist nur die Vorburg erhalten, die heute als Burg Blessem bezeichnet wird. Der Verlauf der trockengelegten Wassergräben verweist auf die ursprünglich zweiteilige Anlage, deren Burghaus auf einer Insel nordöstlich der Vorburg auf dem heutigen Gartengelände lag.
Inhaltsverzeichnis
1 Geschichte
2 Heutige Anlage
3 Literatur
4 Weblinks
5 Einzelnachweise
Geschichte |
Vorburg und Herrenhaus
Ende des 13. Jahrhunderts war die Burg wahrscheinlich im Besitz des Winrich von Blessem, dessen Witwe in einem um 1293 entstandenen Verzeichnis der erzbischöflichen Einkünfte in Blessem genannt wird.[1] Gesicherte Angaben über die Burg und ihre Besitzer gibt es seit 1363, als Elekt Adolf von der Mark Ludwig von Blessem als Burgmann von Lechenich mit der als Hof zu Blessem bezeichneten Burg belehnte.[2]
Nach mehreren Erbgängen kam der Hof 1434 über Iburg, die Tochter Wilhelms von Vlatten, durch Heirat mit Friedrich Scheiffart von Merode an die in Bornheim bei Bonn ansässige Familie der Scheiffart von Merode,[3] in deren Besitz er über Generationen blieb.
Nach dem Tode des Wilhelm Scheiffart von Merode wurde der Hof an Junker Johann Wolff verkauft. Als nächster Besitzer folgte Simon Bagen, der 1611 Haus und Hof an Adam von Hambroich und seine Frau Catharina Spieß von Büllesheim verkaufte. Vergebens bemühten sich die Adam von Hambroich, seine Witwe und auch die nachfolgenden Besitzer, Adolf von Katterbach und Peter von Meinerzhagen, um Anerkennung des Gutes als abgabenfreier Rittersitz und damit verbunden um Befreiung von Kriegslasten.[4]
Im Jahre 1696 verkaufte Katharina von Meinerzhagen, die Erbin des Gutes, zusammen mit ihrem Ehemann Franz von Quentel, dem Besitzer der Weißen Burg in Friesheim, das Gut an Prior und Konvent des Dominikanerklosters „Zum Heiligen Kreuz“ in Köln.[5]
Infolge der Säkularisation wurde 1802 das Hofgut des Dominikanerklosters mit Haus, Gebäuden, Garten, Baumgarten, Wiesen und über 50 Hektar Ackerland als geistlicher Besitz enteignet und 1808 an Johann Wilhelm Meyer aus Köln verkauft.[6]
Heutige Anlage |
Eine Brücke überspannt den trockengelegten Wassergraben vor dem langgestreckten Gebäude der Vorburg und dem daran anschließenden Wohnhaus. Das Torhaus mit korbbogiger auf zwei Halbsäulen ruhender Einfahrt ist in das zweigeschossige, teilweise verputzte Backsteingebäude der Vorburg integriert.

Herrenhaus Parkseite

Burghof

Wohnungen im ehemaligen Wirtschaftstrakt
Im Anschluss an das Gebäude der Vorburg wurde 1898 ein dreigeschossiges Wohnhaus mit Schweifgiebel und einem seitlich angeschlossenen Treppenturm mit geschweifter Haube angebaut. Zur Gestaltung der Vorderfront des Hauses wurde ein Erkertürmchen verwendet, durch dessen Fenster mehr Licht in den Innenraum fiel. Ein leicht verwittertes Sandsteinrelief neben dem Hauseingang an der Giebelseite zeigt Jesus auf dem Schoß Mariens und die Huldigung der Heiligen drei Könige. Das gusseiserne Balkongitter im ersten Stock an der Giebelseite ruht auf einem von Säulen getragenen Vorbau. Die Stuckrahmung der Tür zum Treppenturm mit einem von Weinranken umgebenen Mädchenkopf ist in historisierenden Formen gestaltet. Im Innenhof stößt im rechten Winkel ein kleiner Backsteinflügel der ehemaligen Stallgebäude auf den Torhaustrakt. Die übrigen Wirtschaftsgebäude wurden bei einem Brand im Jahre 1967 zerstört, ausgenommen das im Garten stehende Kutscherhaus.[7]
Burg Blessem ist noch im Besitz der Nachkommen Meyers. Die Eigentümerin, eine Tochter des früheren Burgbesitzers Armin Osterrieth, wohnt in dem 1898 errichteten, inzwischen restaurierten Herrenhaus. Der Torhaustrakt und die angrenzenden Stallungen wurden zu einer Wohnanlage umgebaut. Auf dem Burggelände werden zwei Reitställe mit neu erbauten Stallungen und Reitanlagen betrieben.
Literatur |
- Henriette Meynen: Wasserburgen, Schlösser und Landsitze im Erftkreis. 4. Auflage. Köln 1992. ISBN 3-7927-1294-6
Weblinks |
- Eintrag von Hans-Jürgen Greggersen zu Blessem in der wissenschaftlichen Datenbank „EBIDAT“ des Europäischen Burgeninstituts
Einzelnachweise |
↑ Historisches Archiv der Stadt Köln Bestand Auswärtiges 170b, veröffentlicht in: Karl und Hanna Stommel: Quellen zur Geschichte der Stadt Erftstadt Band I Nr. 178
↑ Hauptstaatsarchiv Düsseldorf Bestand Kurköln Kartular 2, veröffentlicht in Stommel: Quellen zur Geschichte der Stadt Erftstadt Bd. I Nr. 462
↑ Landeshauptarchiv Koblenz, Best. 54.32 (Waldbott-Basenheim) Urkunde Nr. 43, veröffentlicht in Stommel: Quellen zur Geschichte der Stadt Erftstadt Band II Nr. 979
↑ Henriette Meynen: Wasserburgen, Schlösser und Landsitze im Erftkreis. S. 144
↑ Historisches Archiv der Stadt Köln Bestand Dominikaner A5A
↑ Wolfgang Schieder (Hrsg.): Säkularisierung und Mediatisierung in den vier rheinischen Departements, Kanton Lechenich, S. 462
↑ Frank Bartsch: Kapitel 2.2 Burg Blessem. In: Frank Bartsch, Dieter Hoffsümmer, Hanna Stommel: Denkmäler in Erftstadt. Erftstadt 1998–2000.
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50.813936.79483Koordinaten: 50° 48′ 50,1″ N, 6° 47′ 41,4″ O